Am 01. Juli fand der erste Hitzeaktionstag, eine Maßnahme aus dem Hitzeaktionsplan, statt.
Zusammen mit der Feuerwehr, der Verbraucherzentrale, der Stabsstelle Demografie stand der Fachdienst Umwelt und Klimaschutz, Freiflächenplanung von 10:00 bis 14:00 Uhr auf dem Sternplatz.
Die Besucherinnen und Besucher konnten sich Fahrzeuge der Feuerwehr ansehen, die insbesondere bei Waldbränden zum Einsatz kommen und die Ausstattung für unwegsames Gelände mit sich führen. Die Kollegen der Feuerwehr und von @fire informierten rund ums Thema Waldbrand.
Am Stand der Verbraucherzentrale gab es durch den Energieberater Helge Pfingst Informationen zu Dämmstoffen und Verdunklung, um das Eigenheim möglichst kühl zu halten. Kinder und Erwachsene konnten Ihr Wissen bei Fragen am Glücksrad testen.
Die Stabstelle Demografie beleuchtete vor allem den gesundheitlichen Aspekt, an heißen Tage genug zu trinken. Um dies leichter und besonders schmackhaft zu machen, hatten die Kolleginnen sogenanntes infused water – Leitungswasser mit Geschmack – hergestellt. Von Wassermelone über Heidelbeeren bis hin zu Zitrone war für jeden Geschmack etwas dabei.
Der Fachdienst Umwelt und Klimaschutz, Grünflächenplanung erläuterte die Stadtklimaanalyse, auf der gut zu erkennen ist, welche Bereiche sich innerhalb der Stadt Lüdenscheid besonders aufheizen. Im Handbuch Hitze finden die Bürgerinnen und Bürger Tipps und Hinweise für heiße Tage.
Am Abend lud die Stadt zum Informationsabend zum Thema Hitze in das Jürgen-Dietrich-Forum des Rathauses ein. Ziel der Veranstaltung war es, über die gesundheitlichen Risiken zunehmender Hitzeperioden aufzuklären und praktische Maßnahmen zum Schutz vor hohen Temperaturen aufzuzeigen.
Der 1. Beigeordnete Fabian Kesseler begrüßte die Besucherinnen und Besucher sowie Referentinnen und Referenten herzlich. Durch den Abend führte Lisa Flender, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Lüdenscheid.
Zum Einstieg verdeutlichte Lea Schnippering, Fachdienst Klima- und Umweltschutz, Grünflächenplanung der Stadt Lüdenscheid, dass die Auswirkungen des Klimawandels auch in Lüdenscheid zunehmend spürbar sind. Anhand aktueller Daten zeigte sie auf, dass die Durchschnittstemperaturen steigen und Hitzewellen wie die, die Deutschland in den vergangenen zwei Wochen erlebt hat, künftig häufiger und intensiver auftreten können.
Dr. Markus Bald, Klinikdirektor für Akut- und Notfallmedizin, erläuterte die gesundheitlichen Risiken extremer Hitze. Besonders ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere seien gefährdet. Zudem wies er darauf hin, dass bestimmte Medikamente bei Hitze nicht mehr wirken oder sogar die Hitzebelastung verstärken können und Betroffene sich hierzu ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen sollten.
Im Anschluss erklärte Dr. Stefan Bernitzki, warum Säuglinge und Kleinkinder besonders empfindlich auf Hitze reagieren. Da sie sich oft noch nicht äußern können, sei es extrem wichtig, ihre Körpertemperatur regelmäßig zu kontrollieren und auf Anzeichen einer Überhitzung zu achten.
Zum Abschluss stellte Helge Pfingst von der Verbraucherzentrale Möglichkeiten vor, Wohngebäude vor sommerlicher Überhitzung zu schützen. Er empfahl unter anderem außenliegenden Sonnenschutz, natürliche Verschattung durch Bäume sowie richtiges Lüften.
Der Informationsabend machte deutlich, dass Hitze längst nicht mehr nur ein Wetterphänomen ist, sondern eine ernstzunehmende gesundheitliche Herausforderung darstellt. Gleichzeitig wurde aufgezeigt, dass sowohl durch richtiges Verhalten als auch durch bauliche Maßnahmen wirksame Vorsorge getroffen werden kann.
