Wie hängt unsere alltägliche Tasse Kaffee am Morgen mit weltweiter Gerechtigkeit und nachhaltiger Stadtentwicklung zusammen? Die Antwort liegt im fairen Handel und in der Entscheidung unserer Stadt Verantwortung zu übernehmen. Seit Juni 2020 ist Lüdenscheid offiziell als Fairtrade-Town zertifiziert. Durch regelmäßige Titelerneuerungen, zuletzt 2026 zeigt Lüdenscheid, dass fairer Konsum kein kurzfristiger Trend, sondern ein fester Bestandteil der kommunalen Nachhaltigkeitsstrategie ist.
Was bedeutet Fairer Handel überhaupt?
Fairtrade setzt sich für gerechtere Bedingungen im weltweiten Handel ein. Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter im Globalen Süden stehen oft vor enormen wirtschaftlichen Herausforderungen. Das Fairtrade-System benutzt hier folgende Maßnahmen:
- Ökonomische Sicherheit: Ein garantierter Mindestpreis schützt Erzeuger*innen vor extremen Schwankungen auf Weltmärkten
- Soziale Mehrwerte: Neben dem Kaufpreis fließt eine Fairtrade-Prämie in Gemeinschaftsprojekte wie den Bau von Schulen, Brunnen oder Gesundheitszentren
- Menschenwürdige Standards: Ausbeuterische Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind strikt untersagt; Sicherheit am Arbeitsplatz und Versammlungsfreiheit stehen an erster Stelle
- Umwelt- und Klimaschutz: Umweltgefährdende Pestizide sind verboten, und der Ökolandbau wird gezielt gefördert
Wie wird Fairtrade in Lüdenscheid gelebt?
Eine Stadt wird nicht von allein zur Fairtrade-Town – es braucht ein starkes lokales Netzwerk. Herzstück unseres Engagements vor Ort ist die Lüdenscheider Steuerungsgruppe, in der drei starke Partner Hand in Hand arbeiten:
- Die Stadtverwaltung Lüdenscheid (verankert im Fachbereich 6 / Fachdienst Umwelt- und Klimaschutz, Grünflächenplanung)
- Die Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW
- Der Lüdenscheider Weltladentreff e.V. aus der Zivilgesellschaft
Gemeinsam gestalten sie konkrete Bildungsangebote, Informationsstände und Aktionen im Stadtgebiet. Ein jährliches Highlight ist die Faire Woche im September, die bundesweit größte Aktionswoche zum Fairen Handel.
Teil der integrierten Nachhaltigkeitsstrategie und der SDGs
Das Engagement ist direkt in die kommunale Nachhaltigkeitsstrategie* der Stadt Lüdenscheid eingebunden. Diese integrierte Strategie wurde von 2019 bis 2021 gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet und verknüpft lokale Projekte direkt mit den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs)
Fairtrade Beitrag:
Vorbildfunktion der Stadt bei öffentlicher Beschaffung & Förderung fair gehandelter Produkte im lokalen Handel
Fairtrade Beitrag:
Enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Zivilgesellschaft und Verbraucherberatung
Fairtrade Beitrag:
Unterstützung existenzsichernder Einkommen und arbeitsschutzrechtlicher Standards im Globalen Süden
Fairtrade Beitrag:
Schonung von Ökosystemen und Böden durch nachhaltige Landwirtschaftsstandards
*(In Anlehnung an die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt sie das Ziel, eine ökologisch verträgliche, wirtschaftlich leistungsfähige und sozial gerechte Entwicklung so zu gestalten, dass den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprochen wird, ohne die Lebensgrundlagen und Gestaltungschancen künftiger Generationen zu gefährden.)
Jede Kaufentscheidung zählt
Fairtrade zeigt: Globale Verantwortung beginnt direkt vor unserer Haustür. Wer beim Einkauf zu Produkten mit dem Fairtrade-Siegel oder zu Angeboten aus dem Weltladen greift, setzt ein klares Zeichen für globale Gerechtigkeit und nachhaltige Zukunftsperspektiven.
Projektstatus
In Planung
In Vorbereitung
In Umsetzung
- Umgesetzt
