Die Auswirkungen des Klimawandels, von intensiven Sommerhitze-Perioden bis hin zu lokalem Starkregen, machen auch vor unseren Städten nicht halt. Um Lüdenscheid nachhaltig, widerstandsfähig und lebenswert für die Zukunft zu gestalten, hat die Stadtverwaltung zusammen mit dem Planungsbüro agl Hartz, Saad & Wendl das Freiraumentwicklungskonzept (FREK) erarbeitet.
Doch was genau steckt hinter diesem Strategieplan, und wie wird Lüdenscheid in den kommenden Jahren grüner und klimaresilienter gestaltet?
Die Kernziele: Mehr Grün, bessere Vernetzung und höhere Lebensqualität
Das Freiraumentwicklungskonzept dient als strategischer Kompass für die grüne Infrastruktur der Stadt. Im Zentrum stehen dabei vier wesentliche Punkte:
- Sicherung und Steigerung der Freiraumqualität: Urbane Freiräume sollen in ihrer Erlebnisqualität aufgewertet, in ihrem ökologischen Wert gestärkt und multifunktional nutzbar gemacht werden.
- Erhöhung des Grünvolumens: Insbesondere in dicht bebauten Siedlungsbereichen soll das Grünvolumen gezielt vergrößert werden, um Mikroklima und Luftqualität merklich zu verbessern.
- Gerechte Grünraumversorgung: Jedes Quartier und alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere auch ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen, sollen schnellen Zugang zu erholsamen Grünanlagen und Treffpunkten erhalten.
- Biotopvernetzung: Vorhandene und neue Grünstrukturen werden als Verbundkorridore ausgebaut, um Lebensräume für Tiere und Pflanzen miteinander zu vernetzen.
Klimaanpassung im Fokus: Das Schwammstadt-Prinzip
Ein zentraler Baustein des FREK ist die klimawandelangepasste Gestaltung unserer urbanen Räume. Neben Beschattung und der Entsiegelung von Flächen setzt das Konzept maßgeblich auf das Schwammstadt-Prinzip:
Anstatt Niederschlagswasser bei Starkregen rasch über die Kanalisation abzuleiten, wird es wie von einem Schwamm vor Ort aufgenommen und gespeichert, beispielsweise durch Gründächer, unversiegelte Böden und Mulden. An heißen Sommertagen verdunstet dieses gespeicherte Wasser dann über Pflanzen und Böden, was wie eine natürliche Klimaanlage wirkt und zur Minderung der thermischen Belastung beiträgt.
Fünf Schwerpunkträume für konkrete Veränderungen
Neben gesamtstädtischen Leitlinien nimmt das FREK fünf konkrete Transformationsbereiche in den Blick, für die angepasste Schlüsselmaßnahmen entwickelt wurden:
- 1. Knapp / Schättekopf: Gezielte Aufwertung und Begrünung, unter anderem im Umfeld von Schulen (z.B. Schulhof der Knapper Schule) und öffentlichen Räumen
- 2. Dickenberg: Stärkung der Naherholung, Verbesserung von Rundwegen am Siedlungsrand sowie Qualifizierung von Spiel- und Freiflächen
- 3. Honsel (Loher Wäldchen bis Eichholz): Schaffung und Aufwertung von grünen Verbindungen und Aufenthaltsbereichen
- 4. Nattenberg / Rundweg Büchenberg / Stadtwald / Baukloh: Kombination aus Sport-, Freizeit- und Naturerleben im Grünen
- 5. Gewerbeachse Schlittenbach / Wefelshohl: Durchgrünung und klimagerechte Umgestaltung im Umfeld von Gewerbe- und Infrastrukturflächen
Außerdem werden zentral gelegene Parks wie der Rosengarten, der Stadtgarten oder Brighousepark etc. als Ruheoasen und Treffpunkte qualifiziert und ausgebaut.
Bürgerbeteiligung und der neue Freiraumcheck
Ein erfolgreiches Konzept lebt vom Mitmachen: In zwei Bürgerwerkstätten sowie einem eigenen Jugendworkshop („Green Areas“) flossen die Wünsche und Perspektiven der Lüdenscheider Bevölkerung direkt in die Erarbeitung ein.
Damit die Ziele des FREK nicht nur bloße Theorie bleiben, führt die Stadtverwaltung den sogenannten „Freiraumcheck“ ein. Dieses Prüfwerkzeug stellt sicher, dass bei künftigen stadtplanerischen Vorhaben und Bauleitplanungen, die Erhaltung, Schaffung und Qualität von Grün- und Freiflächen von Beginn an berücksichtigt werden.
Lüdenscheid stellt mit dem FREK die Weichen für eine klimagerechte, vor der Haustür erlebbare und gesunde Stadtlandschaft. Dies stellt einen wichtigen Schritt für die resiliente Stadt von Morgen dar.
Projektstatus
In Planung
In Vorbereitung
In Umsetzung
- Umgesetzt
